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(job&medienplanning März 2003) Druckversion
Tipps für einen professionellen Auftritt im Internet
Der erste Eindruck entscheidet / nur Wesentliches interessiert
"Eine Homepage ist sinnvoll, wenn nicht nur ich, sondern vor allem
meine Besucher einen Nutzen davon haben." In den Workshops von Alexandra
Lück sitzen Leute, die über kurz oder lang um einen eigenen Auftritt
im Internet nicht herumkommen. Viele Freiberufler oder Inhaber kleiner Unternehmen
sind darunter, auch gemeinnützige Organisationen, die das world wide web
als wichtiges Instrument zum Informieren, Präsentieren und Verkaufen für
sich erkannt haben.
Der
erste Eindruck entscheidet
"Im Internet können Sie keinen Einfluss auf Ihr Gegenüber
nehmen wie Sie das sonst mit einem Lächeln, Ihrer Stimme, Ihrer Ausstrahlung,
Ihren Argumenten tun können." In dieser neuen Welt herrschen andere
Kommunikationsregeln, eine Homepage muss funktionieren wie die Liebe auf den ersten
Blick. Die junge Webdesignerin bestätigt, was einem selbst beim Surfen vielleicht
auch schon aufgefallen ist: Man macht sich blitzschnell ein Bild, während
die Startseite noch lädt. Dauert die virtuelle Begrüßung nur einen
Tick zu lang, hat sich da jemand künstlerisch ausgetobt - aus mit der Maus.
Im Schnitt, sagt die Fachfrau, hält sich ein Besucher auf einer Website zwischen
30 Sekunden und zwei Minuten auf. In dieser Zeit sollte er den besten Eindruck
mitnehmen.
Das nervt Surfer
Geduld und Internet vertragen sich nicht. Aufwändige Grafiken auf der Startseite
vermeiden, warnt Alexandra Lück. Lädt eine Startseite zu lange, klicken
sich die meisten weiter zum nächsten Angebot. "Die Toleranzgrenze liegt
bei etwa 10 Sekunden; in dieser Zeit sollte wenigstens ein brauchbarer Text erscheinen."
Photos und Grafiken in kleiner, komprimierter Form darstellen und eine Vergrößerung
anbieten, lautet der Expertentipp. So kann der Besucher selbst entscheiden, ob
er eine längere Ladezeit in Kauf nehmen will.
Links, die nicht halten, was sie versprechen, stehen auf der Negativliste ganz
oben. "Wenn Sie einen Link mit 'Leistungen' bezeichnen, dann erwartet der
Besucher Informationen über Ihre Leistungen und nicht die Aussage, wie kompetent,
kundenfreundlich und innovativ Sie Ihre Leistungen abwickeln." Alexandra
Lück empfiehlt, sich im Zweifelsfall mit Branchenfremdlingen zu besprechen,
welche Infos sie hinter welchen Aussagen vermuten.
Texte in kleiner, schlecht lesbarer Schriftgröße haben kaum eine Chance,
gelesen zu werden. Die Lesegeschwindigkeit am Bildschirm ist ohnehin schon um
25 bis 30 Prozent langsamer als auf dem Papier.
Objektive prägnante Texte wirken glaubwürdig, ein ausladend blumiger
Schreibstil hingegen zählt zu den Nervtötern.
Mit Platzhalter wie: "Hier entsteht demnächst...", "Diese
Seite befindet sich im Aufbau..." oder auch fehlenden Bildern ist man schlecht
beraten. "Verschwenden Sie die Zeit Ihrer Besucher nicht mit nicht vorhandenen
Informationen. Das frustiert und weckt eher den Eindruck, Sie geben sich keine
Mühe, die Seiten wenigstens in Ordnung beziehungsweise aktuell zu halten",
rät Lück.
Unbeantwortete E-Mails fallen ebenfalls unter die Rubrik 'Internetsünden'.
Innerhalb von 24 Stunden, so lautet die Faustregel, sollte der Absender eine Reaktion
auf seine Anfrage erhalten, will man ihn nicht verprellen.
Wichtige Regeln für eine ansprechende Homepage
Soll ein Projekt gelingen, muss es gut vorbereitet sein. Dies gilt auch für
einen Internetauftritt. Alexandra Lück hat für Ihre Kursteilnehmer und
Kunden einen Erhebungsbogen erarbeitet, der einen erstens zum gründlichen
Nachdenken zwingt und zweitens, alles kurz und knapp auf den Punkt zu bringen.
Was bieten Sie an? Vier schmale Zeilen, um die Beschreibung der eigenen Dienstleistung,
des Unternehmens auf zwei Sätze zu beschränken. Zwei Zeilen nur noch,
wenn es darum geht, seine Firmenphilosophie, sein Motto zu formulieren. Die nächste
Frage lautet: "Welche Stichworte würde ein Surfer eingeben, wenn er
nach Informationen innerhalb Ihrer Branche sucht?" Sich umhören bei
Geschäftspartnern, im Freundes- und Bekanntenkreis, rät die Internetconsulterin
in solchen Fällen.
Was in keinem Marketingkonzept fehlt, leistet bei der Vorbereitung für die
eigene Homepage ebenfalls gute Dienste: Fragen nach Hauptkonkurrenten, Besonderheiten
des eigenen Produkts oder Angebots, nach der Hauptzielgruppe, danach, was Kunden
am häufigsten wissen wollen.
Eine serifenlose Schrift liest sich am Bildschirm leichter. Wichtige Begriffe
hervorheben, den Text in Absätze gliedern und mit Zwischenüberschriften
versehen - das stellt auch den Schnellleser zufrieden. Photos und Grafiken tun
dem Auge gut, Informationen bleiben so eher in Erinnerung... Die vielen Tipps
machen deutlich, dass es sinnvoll ist, einen Profi zu Rate zu ziehen. So zum Beispiel
bei der Entwicklung des Kontaktformulars, einem wichtigen Indikator, wenn es um
die Qualität einer Homepage geht. "Lassen Sie Ihrem Besucher viel Platz
für seine Mitteilung. Bitten Sie bei der Datenerfassung nur um die wirklich
notwendigen Angaben, damit nicht der Eindruck entsteht, Daten würden zweckentfremdet
oder verkauft. Und platzieren Sie Telefonnummer und Adresse gut sichtbar, das
ermuntert zur Kontaktaufnahme!"
Isolde Hilt
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